Der erste Tag in Sucre

Nach 14 Stunden Busfahrt und zwei Pausen war es endlich soweit, zwischen den Bergen tauchten plötzlich die weißen Häuser Sucres auf. Ein toller Anblick, der durch die Morgensonne noch spektakulärer wirkte. Die Fahrt war schon sehr anstrengend, obwohl ich zugeben muss, das der Bus gemütlicher war als gedacht. Ich hatte erst mit einem alten Gefährt gerechnet, dass auf die Beinlänge der kleinen Bolivianer zugeschnitten ist. Aber zu meinem Glück entpuppte sich der Bus als sehr geräumig. Sogar ich, als Riese für bolivianische Verhältnisse, konnte meine Beine ausstrecken. Viel schlafen konnte ich trotzdem nicht, da die Motorengeräusche sehr laut waren. Außerdem erinnerte der Straßenbelag teilweise eher an einen Kartoffelacker.

Um 7 Uhr kam ich dann also am Busbahnhof Sucres an, von dem das  Hostel auch nur 3 Gehminuten entfernt ist. Mein neues Zimmer präsentierte sich ähnlich schön wie das, welches ich aus Santa Cruz kannte. Nach einem kurzen Frühstück, lernte ich weitere Freiwillige kennen. Es ist schwer sich alle Namen zu merken, da fast jeden Tag jemand abreist und/ oder jemand neues dazu kommt.

Am Nachmittag wurde den Neuankömmlingen, zu denen ja auch ich gehörte, die Innenstadt gezeigt. Man kann zwar auch vom Hostel zu Fuß gehen (etwa 20 Minuten), aber heute nahmen wir den Bus in die Stadt. Hier in Bolivien muss man den Bus per winken zum Anhalten bringen, denn Haltestellen gibt es nicht. Man drückt dem Fahrer dann 1 Bolivianos (etwa 10ct) in die Hand und geht nach hinten durch. Zum Aussteigen muss man dann nur laut „Parada“ (Haltestelle) rufen und der Bus hält an.

Im Zentrum angekommen, bestiegen wir erst einmal den Stadthügel, von dem man einen wunderbaren Blick über die Stadt und die umliegenden Berggipfel hat. Von hier oben fällt direkt auf, dass eine Vielzahl der Häuser Sucres weiß sind. Außerdem sind die Meisten Gebäude recht flach, also nicht mehr als zweistöckig. Die Innenstadt Sucres ist also sehr homogen mit vielen schönen Kolonialbauten. Ganz im Gegenteil zu Santa Cruz, eine sehr heterogene und lebendige Stadt mit vielen hohen Häusern.

Beim ersten betrachten gefiel mir Sucre sehr gut: die vielen Märkte, der Stadtpark, der wunderschöne Friedhof, die vielen Kirchen…  Es gibt also sehr viele Sehenswürdigkeiten hier, zu viele um über alle etwas zu schreiben. Ich denke, dass ich hier noch so einiges entdecken werde und tolle Fotos machen kann. Ich freue mich nach diesem Tag aber auch schon auf mein Bett, da die lange Busfahrt von Santa Cruz und das Laufen hier auf 2800m (fast Zugspitzenhöhe) mich sehr müde gemacht haben.

Jetzt freue ich mich schon auf die nächsten Tage hier in Sucre, auch weil ab morgen mein Sprachkurs beginnt.

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3 Gedanken zu „Der erste Tag in Sucre

  1. Ich bin jeden morgen schon neugierig auf deine Berichte. Zumal wir hier in Pforzheim keine Tageszeitung haben, freuen wir uns auf ganz persönliche Nachrichten aus Südamerika.
    Ich informiere Dich Sonntags über das aktuelle Fußballgeschehen in Hannover.
    Grüße auch von Paulina, Mario und Konrad

    Claus

  2. Lieber Janosch, sehr interessant Deine Reiseberichte. Sitze gerade mit Ulli im italienischen Cafe. Nicht so beeindruckend wie bei Dir , doch auch nett. Weiterhin viele Abenteuer wünschen wir Dir! Bacio aus der Heimat!

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