Bolivianischer Alltag

Schon wieder eine Woche um, jetzt beginnt die Vierte. Langsam lebe ich mich immer besser ein. Die Bolivianer, die genauso wie ich im „Centro Aleman“ arbeiten, sind zu guten Freunden geworden. Mittlerweile kennen mich hier auch viele Kinder und Jugendliche. Etwa dreimal am Tag treffe ich ein Kind auf der Straße, das mich mit „Hola profe!“ (Hallo Lehrer) begrüßt. Die Kleineren sagen „Tío“ zu mir, was so viel wie Onkel bedeutet.

Ich laufe hier sehr viel in Camiri, denn bis zum „Centro Aleman“ sind es 15 Minuten Weg. Das Stadtzentrum ist genauso weit weg, bis zum Markt läuft man noch 5 Minuten länger. Vor allem der Rückweg zum Hostel führt dann immer bergauf. Man kann natürlich auch das Taxi nehmen. Hier gibt es unglaublich viele davon und auch Privatleute nehmen dich gerne mit, um schnelles Geld zu verdienen. Für 3 Bs (etwa 30ct) kann man quer durch die Stadt fahren, abends ist es etwas teurer.

Letzten Sonntag bin ich Zeuge einer bolivianischen Beerdigungszeremonie geworden, die hier anders abläuft als in Deutschland. Der Sarg wird vor der Tür des Hauses der Angehörigen abgestellt. Dann kann jeder Anteilnahme nehmen, der vorbeikommt. So sammeln sich unglaublich viele Leute. Irgendwann wird der Sarg dann in ein Auto verladen, der Kofferraum bleibt allerdings offen, so dass man den Toten weiter sehen kann. Das Auto fährt dann im Schritttempo Richtung Friedhof, damit die Trauernden folgen können. Es spielt auch noch eine Blaskapelle, die auch dem Auto folgt.

Hier auf dem Dorf gibt man ziemlich wenig Geld aus. Innerhalb der Woche kaum etwas, denn es gibt ja dreimal Essen im Hostel und man hat keine Zeit um groß auf den Markt zu gehen. Das einzige, was man an einem Arbeitstag so kauft ist vielleicht mal ein Getränk zwischendurch, und ab und zu neue Kokablätter für die Arbeit auf der Farm

Softdrinks und Wasser sind hier gar nicht so günstig, so kosten 2l Wasser 5Bs (50ct) und 2l Cola 10Bs (1€). Bier ist für den bolivianischen Normalverdiener schon ungeheurer Luxus, denn eine Flasche (hier gibt es immer 600ml Flaschen) kostet mindestens 10Bs (1€).

Im Vergleich dazu sind Früchte und Gemüse sehr billig. Ich habe hier einmal 5 Bananen und 5 Kiwis für 15Bs (1,50€) gekauft. Ein 500ml Glas frisch gepresster Orangensaft kostet nur 5Bs (50ct).

Samstag waren wir zu dritt abends essen. Eine riesige Platte voller Chickenwings, Reis und Pommes, die wir zu dritt fast nicht geschafft hätten, kostet hier 30Bs (3€). Zu Essen gibt es hier sowieso immer reichlich. Im Hostel gibt es fast immer Suppe und Hauptgericht. Mittlerweile habe ich mich an die Mengen an Essen gewöhnt, doch anfangs habe ich nie aufessen können. Nur das Frühstück fällt in Bolivien ziemlich klein aus, meist gibt es nur etwas Süßes und einen Kaffee oder Tee, aber mittags und abends isst der Bolivianer warm.

Jetzt heißt es erst mal wieder ran an die Arbeit und hoffen, dass das Wetter Richtung Wochenende wieder besser wird.

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3 Gedanken zu „Bolivianischer Alltag

  1. Hi Janosch, es macht Spaß, deine Berichte zu lesen. Und ich find’s auch super, dass du sie bebilderst. Ich wünsch dir weiterhin eine spannende Zeit. LG Christine

  2. Hi Janosch, lange nix mehr gehört voneinander. Leider! Naja ich mache mich jetzt mal daran deine ganzen Berichte durchzulesen :)! Aber eines kann ich dir jetzt schon sagen: Wenn du meinst 2L Cola für 1€ wäre teuer dann sag ich dir jetzt mal was: Hier in Australien kostet 1L Cola ca. 5$. Das sind 3,50€ :D. Also viel Spaß noch :)!

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