Auf zwei Rädern durch den Tag

Es ist wieder warm, endlich. Wieder ein paar Tage Winter überstanden. Wobei es auf der Farm ruhig etwas kälter sein könnte, denn die Arbeit ist zurzeit echt anstrengend. Mit Spitzhacke und Schaufel sind wir gerade dabei, die Erde umzugraben, um Platz für ein neues Feld zu schaffen. Zum Glück bin ich mittlerweile stolzer Besitzer eines Sombreros, der vor der Sonne schützt. Außerdem habe ich mir ein langärmliges Hemd für die Arbeit angeschafft, da meine Arme in den ersten Arbeitstagen doch ordentlich zerstochen wurden. Malaria gibt es hier übrigens nicht, nur Denguefieber, aber das auch nur seltenst. Da es Winter ist gibt es momentan sowieso nur wenige Moskitos hier, auf der Farm sind es eher die Fliegen bei den Schweinen und Kühen, die einem zu schaffen machen.

Mittlerweile habe ich mich echt gut eingelebt. Auch die Kinder im „Centro Aleman“ kommen jetzt zu mir und bitten um Hilfe bei den Aufgaben, oder um einfach nur zu reden. Das Sprechen und Verstehen klappt langsam immer besser, es gibt aber einige Leute, die sehr undeutlich sprechen. Wenn ich die Aufgaben der Kinder kontrolliere, fällt mir auf, wie wenig einige Kinder können. So können viele Kinder und Jugendliche zum Beispiel sehr schlecht Kopfrechnen und fragen bei einfachsten Aufgaben nach dem Ergebnis. Auch die Englischkenntnisse sind sehr begrenzt, kaum ein Jugendlicher hier kann ein paar vernünftige Sätze formulieren. Das liegt auch daran, dass die Kinder im Englischunterricht fast nur einzelne Vokabeln lernen (z.B. die Namen von Früchten, die Zahlen, etc.). Ganze Sätze, Dialoge oder Grammatik, werden hingegen vernachlässigt.

Gestern nach der Arbeit auf der Farm, bin ich zum ersten Mal in Bolivien joggen gegangen. Allerdings geht das hier nur sehr begrenzt, da es auch abends noch warm ist und es verdammt hügelig ist. Einen Fußballverein mit regelmäßigem Trainingsbetrieb habe ich bisher noch nicht gefunden, aber es gibt zahlreiche Bolzplätze mit Betonboden.

Seit gestern habe ich ein Fahrrad, mit dem ich dann zur Arbeit fahren kann. Es ist ein altes Ding, das bei uns im Garten lag. Es funktioniert alles, nur die Reifen waren platt. Die Schläuche habe ich austauschen lassen. Ich brauche jetzt nur noch ein Fahrradschloss oder ähnliches, aber das lässt sich hier schon auftreiben. Mit dem Fahrrad bin ich dann mobiler und kann auch mal kurz in die Stadt fahren, ohne dass mich das viel Zeit kostet. Mal sehen ob ich es die Hügel hoch schaffe.

Advertisements

Ein Gedanke zu „Auf zwei Rädern durch den Tag

  1. Wir freuen uns, dass Du Dich immer besser einlebst.
    Mit dem Fahrrad wünschen wir Dir gute Fahrt. Fahre nicht
    so schnell sonst verlierst Du den Sombrero.
    Deine Berichte sind wie immer sehr interessant.
    LG. O+O

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s