Der erste Monat geht zu Ende

Ich bin jetzt in meiner dritten Woche hier in Camiri und so langsam kennt man fast alles in der Stadt und ich weiß, wo ich was finden kann. Während der Woche bleibt neben Arbeit und Essen kaum Zeit noch etwas zu unternehmen, nur abends ist frei. Bisher habe ich die Abende innerhalb der Woche meist zu Hause mit den Anderen verbracht, doch es gibt hier auch andere Möglichkeiten den Tag ausklingen zu lassen.

Dienstagabend war ich im Theater, wo bolivianische Jugendliche ein Stück über Gewalt gegenüber Frauen aufgeführt haben. Vom Schauspiel selber habe ich zwar nur etwa die Hälfte verstanden, aber es war einfach mal interessant ein Theater in Bolivien zu sehen, zumal der Eintritt auch frei war. Gespielt wurde in einer großen Halle im Zentrum der Stadt. Das Theater ist auch das erste Gebäude hier in Camiri, in dem ich eine Klimaanlage entdecken konnte. Die Zuschauer sitzen auf bequemen Kinosesseln mit unglaublich viel Beinfreiheit. Am Eingang wurden Hamburger verkauft.

 Während der Vorstellung gab es einige Probleme: die Mikros gingen nicht, die Beleuchtung viel zweimal kurzzeitig aus und es dauerte zehn Minuten, bis die Techniker einen Kurzfilm zum Laufen gebracht hatten. Gestört hat das hier aber keinen, schließlich sind wir in Camiri.

Das Publikum verhielt sich unmöglich, gemessen an deutschen Verhältnissen: nach jedem Szenenabschnitt wurde geklatscht, viele rauchten im Theater, es wurde während der Vorstellung geredet, Handys klingelten und eine Familie hatte sogar ihren bellenden Hund mit ins Theater gebracht.

Heute, am Mittwoch, habe ich zum ersten Mal nicht zu Hause zu Mittag gegessen, sondern im „Centro Aleman“, zusammen mit den Kindern. Das werde ich jetzt auch jeden Mittwoch tun. Das Essen ist gut, es gibt Suppe und Hauptspeise. Natürlich gibt es im Hostel mehr und auch teurere Sachen (wie z.B. Fleisch), aber dafür, dass dort jeden Tag etwa 30 Kinder für wenig Geld bekocht werden müssen, macht die Köchin im „Centro“ ein super Essen. Auffällig ist, dass auch sehr auf Tischmanieren geachtet wird. Außerdem muss jedes Kind seinen Teller selbst abspülen.

Heute Abend habe ich mich dann auf die Suche nach einem Fußballverein gemacht. Leider habe ich noch keine Mannschaft mit regelmäßigem Trainingsbetrieb gefunden. Aber ich kam zufällig bei der Universität vorbei, die auch ein Fußballfeld mit Flutlicht hat. Hier waren gerade einige Studenten am kicken, also habe ich gefragt ob ich mitspielen kann. Eine gute Stunde habe ich dann also heute Fußball gespielt. Ich hoffe, dass ich hier zwei- oder dreimal die Woche spielen kann. Mal schauen, ob ich noch eine richtige Mannschaft finde.

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2 Gedanken zu „Der erste Monat geht zu Ende

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