Zurück in Deutschland

Ja, seit Samstagnachmittag bin ich wieder in Deutschland. Zum Glück hat auf dem Rückflug alles geklappt und ich war pünktlich, nach 28 Stunden Flug und Aufenthalt in mehreren Städten am Flughafen in Hannover. Eine derartige Verzögerung, wie auf dem Hinflug in Buenos Aires, blieb mir diesmal jedenfalls erspart.

Nachdem ich erstmal etwas traurig war Bolivien schon so früh zu verlassen, sehe ich jetzt aber auch die schönen Seiten Deutschlands. Man sieht die Freunde und Familie, hat sein eigenes Zimmer wieder und kann das gute Essen hier genießen.

Vermissen werde ich hingegen das gute Wetter, die netten Bolivianer und vor allem die günstigen Preise. Wobei ich auf gutes Wetter und günstige Preise ja nur noch zwei Wochen warten muss, dann habe ich diese in Asien wieder.

Gut, was ist mir von der Reise geblieben? So einiges! Viele neue Eindrücke und Erfahrungen, neue Freundschaften und gute Spanischkenntnisse. Bolivien ist ein Land, das mir jetzt immer in Erinnerung bleiben wird, da ich es viel intensiver erlebt habe als andere Länder in einem „normalen“ Urlaub. Somit würde ich auch gerne in ein paar Jahren noch einmal dorthin zurückkehren.

Advertisements

Die Reise endet am Titicacasee

Nach drei Stunden Busfahrt kam ich am Montagabend dann  in Copacabana an. Es ist ein kleines Städtchen, auf einer Halbinsel. Hier aß ich noch zu Abend und verbrachte dann die Nacht im Hotel. Leider blieb erst einmal keine Zeit, um die Stadt genauer anzugucken.

Am nächsten Morgen ging es dann um 8:30 Uhr auf das Boot, was mich in den Norden der „Isla de sol“ (Sonneninsel) brachte. Es war ein kleines Holzboot, dessen Motor uns nur sehr langsam über den See brachte. Der Titicacasee ist der zweitgrößte See Südamerikas, mit etwa der 15-fachen Fläche des Bodensees. Er war einmal Teil des Pazifischen Ozeans, aber durch Plattentektonische Vorgänge entstand die Kordilleren Kette der Anden, welche ihn vom Meer trennt. Der Titicacasee ist außerdem der höchstgelegene  schiffbare See der Welt, auf etwa 3800m. Am Anfang der Überfahrt war das Wetter noch schlecht. Es regnete und es wehte ein frischer Wind. So wurde das kleine Boot ganz schön vom aufgewühlten See durchgeschüttelt.

Gegen späten Vormittag kam ich dann auf der „Isla de Sol“ an, die übrigens so heißt, weil hier laut Legende die Sonne „geboren“ ist. Das Dorf, wo ich ankam, heißt übrigens Challapampa und ist der Ausgangsort für die Wandertouren zu den Chincanaruinen, die auch ich antrat. Die Chincana sind eine indigene Kultur, die noch vor den Inkas das Gebiet bevölkerten.

Auf dem einstündigen Weg zu den Ruinen, kamen wir an wunderschönen Buchten vorbei. Diese Ausblicke ließen die Wanderung noch viel kürzer erscheinen. Allerdings ging mir bei manchem steilen Anstieg aufgrund der Höhe und meiner Erkältung schon echt die Puste aus.

Die Ruinen an sich waren jetzt nicht so spannend. Aber von mehr als 3000 Jahre alten Mauern darf man auch nicht zu viel erwarten. Beeindruckend hingegen war wiederum der Ausblick auf den See. Außerdem sah ich hier noch den heiligen Felsen, aus dem die Sonne empor gestiegen sein soll.

Nach der Tour trat ich den Weg nach Challa an, wo ich die Nacht im Hostel verbrachte. Hier wohnen auch Freiwillige, die hier auf der Insel arbeiten. Die „Isla de sol“ ist höchstwahrscheinlich der schönste Einsatzort, aber trotzdem weiß ich nicht ob ich es hier in der Einsamkeit lange aushalten würde.

Nach einer Nacht mit Wellenrauschen ging es am Mittwochmorgen wieder zurück nach La Paz. Diesmal hatte ich aber länger Zeit um mir Copacabana anzugucken, das wieder meine Zwischenstation war. An sich ist es keine schöne Stadt, aber die Lage am See und eine riesige Kirche sind sehr sehenswert. Ich frage mich warum in so einer kleinen Stadt eine der schönsten und größten Kirchen Boliviens steht. Noch dazu verfügt sie über einen pompösen Altar. Copacabana ist aufgrund seiner Kirche und der darin aufbewahrten Jungfrauenstatue ein wichtiger Pilgerort für Katholiken aus ganz Südamerika.

Jetzt habe ich noch den kompletten Donnerstag in La Paz, bevor es am Freitag in aller Frühe zum Flughafen geht.

Zwei Tage La Paz

Am Sonntagmorgen waren wir nach 11 Stunden Fahrt von Uyuni endlich in La Paz angekommen. Nach dem Frühstück im Hostel, welches sehr zentral liegt, und einer Ruhepause gingen wir dann erst mal ein bisschen die Stadt angucken. La Paz ist ziemlich europäisch und verfügt über sehr viele Hochhäuser.

Was mir sehr gut gefällt ist die Topographie der Stadt. Durch die vielen Hügel kann man sich sehr gut orientieren, da man von den Erhebungen aus einen guten Überblick hat. Im flachen Santa Cruz hingegen  ist mir die Orientierung viel schwerer gefallen. Allerdings machen die Hügel und die Höhe von etwa 3600m das Gehen hier nicht gerade einfach.

La Paz ist sehr vielfältig. Es gibt das moderne Zentrum mit vielen Hochhäusern, teuren Kaufhäusern, Banken, etc. Dann gibt es aber auch das alte Zentrum mit seinen Kirchen, den alten Gebäuden und seinen Märkten. Die ärmeren Wohnviertel befinden sich recht weit oben am Hang, während die wohlhabenderen Gegenden eher Richtung Zentrum im „Krater“ liegen. La Paz ist zwar der Regierungssitz Boliviens, aber die konstitutionelle Hauptstadt ist Sucre.

Am Sonntag hatten wir dann eine dreistündige Stadtrundfahrt, die uns nicht nur durch das Zentrum der Stadt führte, sondern auch in die sogenannte „Zona sur“ im Süden. Die „Zona sur“ liegt tiefer als das Zentrum auf etwa 3000m und ist die beliebteste Wohngegend von La Paz. Man findet hier auch alles genau wie in der Stadtmitte, außerdem ist das Klima und die Luft besser als in der Kernstadt. Die „Zona sur“ liegt in einem beeindruckenden Tal, begrenzt durch hoch aufragende Bergwände. Hier sieht man viele Einfamilienhäuser und Villen.

Fährt man noch etwas weiter Richtung Süden, so kommt man in das „Valle de la luna“ (Tal des Mondes). Obwohl es unmittelbar hinter der Stadtgrenze von La Paz liegt, erwarten einen hier spektakuläre Berglandschaften, geprägt von Tausenden aus dem Boden ragenden Stalagmiten.

Am Montagnachmittag brach ich dann im Bus auf Richtung Copacabana, eine Stadt am Ufer des Titicacasees.

Drei Tage durch den Salar

Nach einer Nacht im Hostel in Uyuni, konnte am Donnerstagmorgen dann das richtige Abenteuer beginnen: drei Tage Jeeptour durch den größten Salzsee der Welt, den „Salar de Uyuni“. Unsere Gruppe bestand aus uns drei Freiwilligen, drei weiteren Touristen und unserem Fahrer. Während der Dreitagestour hatten wir Vollverpflegung.

Am Donnerstagmorgen fuhren wir also erst einmal zum sogenannten Zugfriedhof, welcher nur einige Minuten außerhalb Uyunis liegt. Hier stehen einige Züge, welche mittlerweile nicht mehr gebraucht werden und auch nicht recycelt werden. Der Ort verbildlicht die ganze Trostlosigkeit Uyunis. Einer Stadt mitten in der Einöde, die wirtschaftlich kaum noch eine Bedeutung hat, bis auf den Tourismus.

Als nächstes ging es für uns dann richtig in das Herz des Salzsees, der mit 12.000km² der mit Abstand größte der Welt ist. Es waren schon einzigartige Bilder die uns da geboten wurden. Soweit das Auge reicht sieht man dort nur weiß und zwar so hell, dass man unbedingt eine Sonnenbrille benötigt. Am Horizont sieht man den strahlend blauen Himmel und die Silhouetten von Bergen. Kaum zu glauben, dass hier einmal ein normaler See war. Tagsüber sind die Temperaturen auf de „Salar“ ganz angenehm, sofern man ein windgeschütztes Plätzchen findet. Normalerweise pfeift der Wind nur so durch die Hochebene. Nachts wird es dann richtig kalt, mit Temperaturen unter der Gefriergrenze.

Gegen Mittag erreichten wir dann einen der Höhepunkte unserer Tour: „la isla de los pescados“ (Insel der Fische). Von Fischen ist hier natürlich heutzutage nichts mehr zu sehen, aber die Aussicht die sich hier bietet ist einfach phänomenal. Die ehemalige Insel ist heutzutage ein grau-brauner Felsen, bevölkert von tausenden Kakteen, der aus dem ewigen Weiß herausragt.

Wir verbrachten den ganzen Nachmittag auf der Insel und fuhren danach etwa zwei Stunden quer durch den Salzsee, bis wir unser Nachtquartier erreichten. Es war ein einfaches Hostel am Rande des „Salars“, ohne fließendes Wasser.

Nach einer kalten Nacht, brach der zweite Tag der Expedition an. Von nun an sollten wir den richtigen Salzsee nicht mehr zu Gesicht bekommen, sonder wir fuhren im Jeep durch wunderschöne Berglandschaften in der Umgebung des „Salars“. Gegen Mittag hielten wir an einer der zahlreichen Lagunen, die es in dieser Region gibt, um zu Mittag zu essen. Die Lagunen muss man sich wie flache, kleine Seen vorstellen, bei denen der Prozess der Versalzung noch nicht vollkommen abgeschlossen ist. Außerdem haben die Lagunen aufgrund von verschiedenen Algen- und Planktonarten verschiedene Farben. Den ersten Stopp machten wir also an der „weißen Lagune“.

Nach dem Mittagessen ging es mit dem Jeep weiter durch die bizarren Landschaften, bis wir am frühen Abend nach einigen weiteren Stopps das nächste Highlight erreichten: die „rote Lagune“, welche auch von Flamingos bevölkert wurde. Am Rande dieses Sees befand sich auch unser Schlafquartier für die zweite Nacht, welches ähnlich einfach wie das erste war. Der Schein der untergehenden Sonne tauchte den Ort in wunderschönes Licht.

Am Samstag, dem letzten Tag der Tour, standen gegen Morgen erst einmal Geysire auf dem Programm, bevor wir dann eine Stunde lang Zeit hatten uns in heißen Quellen zu baden. Schlusspunkt der Expedition bildete eine weitere Lagune. Diesmal eine grüne. Nach dem Mittagessen dort, wurden wir zurück nach Uyuni gefahren, von wo wir dann mit dem Bus nach La Paz weiter fahren mussten.

Insgesamt war es eine super Tour. Die wunderschönen und einzigartigen Landschaften entschädigten vollkommen für die viele Fahrerei, die leider auf sich genommen werden musste. Während der Tour fuhren wir so gut wie immer über 4000m und erreichten einmal sogar 4900m über dem Meeresspiegel.

Auf nach Uyuni

Den Vormittag des heutigen Mittwochs verbrachten wir noch einmal in Potosí. Nach einem ausgiebigen Frühstücksbuffet besuchten wir die „Casa de las monedas“ (Haus der Münzen), welche die einzig erhaltene Münzprägerei Südamerikas aus der Kolonialzeit ist. Gleichzeitig ist es eins der schönsten und größten Häuser der Stadt mit insgesamt 900 Türen und Fenstern.

Das Museum beinhaltet nicht nur Zeugnisse der Münzprägung, sondern auch Edelsteine, archäologische Funde aus der Region und die größte Sammlung Südamerikas an Gemälden aus der Kolonialzeit.

Am interessantesten war natürlich die Geschichte der Münzprägung. 50% aller spanischen Münzen zur Kolonialzeit stammten aus Potosí. Die anderen 50% verteilten sich auf viele verschiedene Prägungsstätten in Südamerika und Mexiko. Die ersten Münzen sahen noch völlig irregulär aus. Erstens weil sie noch ohne Maschineneinsatz hergestellt wurden, allerdings auch weil viele Leute etwas Silber von den Münzen abschlugen und raubten. Die „Casa de las monedas“ beheimatet außerdem die letzten drei intakten Silberpressen aus der Kolonialzeit. Mit Hilfe der Kraft von vier Eseln  wurde hier das Silber in die richtige Breite gepresst. Die Esel mussten den ganzen Tag arbeiten. Aufgrund der harten Arbeit und der Höhe Potosís wurden die Esel im Durchschnitt nur 3-6 Monate alt. Die ersten Maschinen wurden von Spanien bis Potosí per Schiff und Eselskarre transportiert. So ein Transport dauerte gerne seine 14 Monate. Waren die Maschinen erst einmal in Südamerika, so wurden sie dort nachgebaut. Einen großen Hochofen gab es auch in der Münzprägerei, in dem das Silber geschmolzen wurde. Der Schmelzpunkt des Edelmetalls liegt bei etwa 950°C, die nötige Energie lieferten Holz und Lamakot. Ab Mitte des 19 Jahrhunderts wurden in Potosí die Maschinen per Dampfmaschine angetrieben.

Heute werden keine Münzen mehr in Bolivien hergestellt. Der „Boliviano“ kommt nun aus England, Frankreich und ironischer Weise aus der einstigen Kolonialmacht Spanien.

Nach dem Museumsbesuch ging es für uns in den Bus nach Uyuni, den Ausgangspunkt für unsere Tour durch den „Salar de Uyuni“. Die siebenstündige Busfahrt führte uns durch traumhafte Bergkulissen quer durch die riesige Hochebene des „Altiplanos“. Uyuni selbst ist eine hässliche Stadt mitten in der Einöde. Hier wimmelt es von Touristen und es ist sehr Dreckig. Aufgrund der Lage in der Wüste herrscht hier Wassermangel, so dürfen wir im Hostel zum Beispiel nur fünf Minuten duschen.

Morgen geht es für uns dann in den „Salar“. Dort werden wir zweimal übernachten und dann noch einmal kurz nach Uyuni zurückkehren, bevor wir am Sonntag in La Paz ankommen.

Die Silberminen von Potosí

Heute Morgen begann dann also die lang erwartete Salz und Silberreise. Gegen 8:30 Uhr holte ein Taxi mich und zwei andere Freiwillige aus Sucre vom Hostel ab. Die erste Station, Potosí, erreichten wir nach etwa drei Stunden Taxifahrt durch wunderschöne Berglandschaften.

In der höchstgelegenen Großstadt der Welt (etwa 150 000 Einwohner auf 4100m) angekommen, checkten wir erst einmal im neuen Hostel ein. Nach kurzer Ruhepause machten wir dann einen Spaziergang durch die Innenstadt, die bis auf ein paar Kirchen und Kolonialbauten nicht viel zu bieten hat. Schade, von dem Reichtum der einst größten und reichsten Stadt Südamerikas ist nicht mehr viel zu sehen.

Richtig interessant wurde es dann am Nachmittag. Die Führung durch den „Cerro rico“ (reicher Berg) mit seinen (immer noch in Betrieb stehenden) Silberminen stand an. Erst einmal wurden wir standesgemäß in Bergarbeiterkleidung eingekleidet, dann ging es hoch zu einem ganz besonderen Markt. Hier kauft der Minenarbeiter alles was er braucht von Arbeitskleidung, über Dynamit, bis hin zu Kokablättern und Getränken. Die Sache ist nämlich, dass hier in Bolivien die Ausrüstung für die Arbeiter nicht gestellt wird, sondern jeder muss sie sich selbst kaufen. Wir kauften auf dem Markt noch schnell Koka und Limonade für die Minenarbeiter, dann ging es hoch zum Berg.

Seit 1505 werden am „Cerro rico“ Silber, Zink und andere Mineralien abgebaut und so schrumpfte der Berg von seinen einst 5200m auf seine heutigen 4700m. Das Silber das hier in Potosí abgebaut wurde, war damals die wichtigste Einnahmequelle des Spanischen Kolonialreiches. Mittlerweile sind die Silbervorräte so gut wie erschöpft, aber es arbeiten immer noch einige Bolivianer in den Minen.

So betraten wir also einen Tunnel, auf dessen Boden Schienen verlegt waren. Einige Male kamen uns sogar Minenarbeiter mit einem Wagen voll Gestein entgegen. Jeder dieser Wagen fasst etwa eine Tonne Abraum. Die Arbeiter verdienen 100Bs (etwa 10€) pro Tag, aber nur wenn sie jeden Tag 20 Tonnen Gestein aus dem Berg holen. Für Bolivien ist das zwar ein ganz guter Lohn, aber die Arbeitsbedingungen in den Minen sind immer noch unglaublich schlecht. Es wird so gut wie alles noch per Hand gemacht, die Gänge sind selbst für kleine Bolivianer sehr eng und in den Tiefen des Berges kann es bis zu 50°C warm werden. Dazu kommt das Werkzeuge und Kleidung denkbar schlecht sind, da sich die Arbeiter alles selber kaufen müssen. So sterben im Monat durchschnittlich 5 Minenarbeiter im „Cerro rico“ und der Staat investiert nicht in bessere Sicherheit.

Wir wanderten etwa 2 Stunden durch die Gänge und schenkten den Arbeitern unser Koka und Limonade. Da ich der größte der Gruppe war, sollte ich auch einem Arbeiter helfen Eimer voller Schutt aus einer Tiefe von etwa 15m  per Kurbel heraufzuziehen. Obwohl wir zu zweit waren und ich nur 10 Eimer mit heraufzog, kam ich ganz schön aus der Puste. Die Vorstellung das den ganzen Tag in dieser heißen und schlechten Luft machen zu müssen gefällt mir nicht so.

Am frühen Abend kehrten wir ins Hostel zurück. Dann gingen wir in der Stadt noch essen. Nachts ist es hier bitterkalt in Potosí und so habe ich zum ersten Mal Schal und Mütze auspacken müssen.

Die Reise beginnt

Der Freitag war der Tag des großen Abschieds von Camiri. Nachdem ich morgens meinen Rucksack schon gepackt hatte, ging ich erst einmal ins „Centro Aleman“ um mich von allen Kindern zu verabschieden und meine Hand für immer auf der Wand dort zu hinterlassen. Einige der größeren Kinder hatten sogar eine Torte für meine Abschiedsfeier gebacken. Obwohl meine Zeit in Camiri eher kurz war, ist mir das „Centro“ sehr ans Herz gewachsen.

Nach dem Mittagessen ging es dann für mich hoch zur Farm. Ein letztes Mal in Arbeitsklamotten Sombrero und mit Koka bestückt fuhren Lukas und ich auf seinem Motorrad hoch. Gearbeitet haben wir an diesem Freitag allerdings nicht mehr, dafür gab es viel zu viel zu erzählen. Also saßen wir gemütlich zusammen, kauten Koka und unterhielten uns.

Sehr lange konnte ich allerdings nicht bleiben, da ich noch die Vorbereitungen für meine Abschiedsfeier treffen musste. Es wurde dann letztendlich ein lustiger Abend, bei dem zum Glück keine große Traurigkeit aufkam.

Am Samstagnachmittag ging dann mein Bus nach Sucre ab. Am Busbahnhof warteten schon einige Freunde als ich eintraf, um mich zu verabschieden. Auf der 16-stündigen Fahrt gingen mir noch einmal die vielen schönen Erinnerungen an Camiri durch den Kopf und der Wunsch irgendwann zurückzukommen festigte sich.

Die Gedanken an den Abschied habe ich jetzt aber schon abgeschüttelt. Ich habe noch einmal zwei schöne Tage in Sucre verbracht und freue mich jetzt auf die Abschlussreise, die ich (jetzt doch erst) morgen antreten werde.