Auf nach Uyuni

Den Vormittag des heutigen Mittwochs verbrachten wir noch einmal in Potosí. Nach einem ausgiebigen Frühstücksbuffet besuchten wir die „Casa de las monedas“ (Haus der Münzen), welche die einzig erhaltene Münzprägerei Südamerikas aus der Kolonialzeit ist. Gleichzeitig ist es eins der schönsten und größten Häuser der Stadt mit insgesamt 900 Türen und Fenstern.

Das Museum beinhaltet nicht nur Zeugnisse der Münzprägung, sondern auch Edelsteine, archäologische Funde aus der Region und die größte Sammlung Südamerikas an Gemälden aus der Kolonialzeit.

Am interessantesten war natürlich die Geschichte der Münzprägung. 50% aller spanischen Münzen zur Kolonialzeit stammten aus Potosí. Die anderen 50% verteilten sich auf viele verschiedene Prägungsstätten in Südamerika und Mexiko. Die ersten Münzen sahen noch völlig irregulär aus. Erstens weil sie noch ohne Maschineneinsatz hergestellt wurden, allerdings auch weil viele Leute etwas Silber von den Münzen abschlugen und raubten. Die „Casa de las monedas“ beheimatet außerdem die letzten drei intakten Silberpressen aus der Kolonialzeit. Mit Hilfe der Kraft von vier Eseln  wurde hier das Silber in die richtige Breite gepresst. Die Esel mussten den ganzen Tag arbeiten. Aufgrund der harten Arbeit und der Höhe Potosís wurden die Esel im Durchschnitt nur 3-6 Monate alt. Die ersten Maschinen wurden von Spanien bis Potosí per Schiff und Eselskarre transportiert. So ein Transport dauerte gerne seine 14 Monate. Waren die Maschinen erst einmal in Südamerika, so wurden sie dort nachgebaut. Einen großen Hochofen gab es auch in der Münzprägerei, in dem das Silber geschmolzen wurde. Der Schmelzpunkt des Edelmetalls liegt bei etwa 950°C, die nötige Energie lieferten Holz und Lamakot. Ab Mitte des 19 Jahrhunderts wurden in Potosí die Maschinen per Dampfmaschine angetrieben.

Heute werden keine Münzen mehr in Bolivien hergestellt. Der „Boliviano“ kommt nun aus England, Frankreich und ironischer Weise aus der einstigen Kolonialmacht Spanien.

Nach dem Museumsbesuch ging es für uns in den Bus nach Uyuni, den Ausgangspunkt für unsere Tour durch den „Salar de Uyuni“. Die siebenstündige Busfahrt führte uns durch traumhafte Bergkulissen quer durch die riesige Hochebene des „Altiplanos“. Uyuni selbst ist eine hässliche Stadt mitten in der Einöde. Hier wimmelt es von Touristen und es ist sehr Dreckig. Aufgrund der Lage in der Wüste herrscht hier Wassermangel, so dürfen wir im Hostel zum Beispiel nur fünf Minuten duschen.

Morgen geht es für uns dann in den „Salar“. Dort werden wir zweimal übernachten und dann noch einmal kurz nach Uyuni zurückkehren, bevor wir am Sonntag in La Paz ankommen.

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