Die Reise endet am Titicacasee

Nach drei Stunden Busfahrt kam ich am Montagabend dann  in Copacabana an. Es ist ein kleines Städtchen, auf einer Halbinsel. Hier aß ich noch zu Abend und verbrachte dann die Nacht im Hotel. Leider blieb erst einmal keine Zeit, um die Stadt genauer anzugucken.

Am nächsten Morgen ging es dann um 8:30 Uhr auf das Boot, was mich in den Norden der „Isla de sol“ (Sonneninsel) brachte. Es war ein kleines Holzboot, dessen Motor uns nur sehr langsam über den See brachte. Der Titicacasee ist der zweitgrößte See Südamerikas, mit etwa der 15-fachen Fläche des Bodensees. Er war einmal Teil des Pazifischen Ozeans, aber durch Plattentektonische Vorgänge entstand die Kordilleren Kette der Anden, welche ihn vom Meer trennt. Der Titicacasee ist außerdem der höchstgelegene  schiffbare See der Welt, auf etwa 3800m. Am Anfang der Überfahrt war das Wetter noch schlecht. Es regnete und es wehte ein frischer Wind. So wurde das kleine Boot ganz schön vom aufgewühlten See durchgeschüttelt.

Gegen späten Vormittag kam ich dann auf der „Isla de Sol“ an, die übrigens so heißt, weil hier laut Legende die Sonne „geboren“ ist. Das Dorf, wo ich ankam, heißt übrigens Challapampa und ist der Ausgangsort für die Wandertouren zu den Chincanaruinen, die auch ich antrat. Die Chincana sind eine indigene Kultur, die noch vor den Inkas das Gebiet bevölkerten.

Auf dem einstündigen Weg zu den Ruinen, kamen wir an wunderschönen Buchten vorbei. Diese Ausblicke ließen die Wanderung noch viel kürzer erscheinen. Allerdings ging mir bei manchem steilen Anstieg aufgrund der Höhe und meiner Erkältung schon echt die Puste aus.

Die Ruinen an sich waren jetzt nicht so spannend. Aber von mehr als 3000 Jahre alten Mauern darf man auch nicht zu viel erwarten. Beeindruckend hingegen war wiederum der Ausblick auf den See. Außerdem sah ich hier noch den heiligen Felsen, aus dem die Sonne empor gestiegen sein soll.

Nach der Tour trat ich den Weg nach Challa an, wo ich die Nacht im Hostel verbrachte. Hier wohnen auch Freiwillige, die hier auf der Insel arbeiten. Die „Isla de sol“ ist höchstwahrscheinlich der schönste Einsatzort, aber trotzdem weiß ich nicht ob ich es hier in der Einsamkeit lange aushalten würde.

Nach einer Nacht mit Wellenrauschen ging es am Mittwochmorgen wieder zurück nach La Paz. Diesmal hatte ich aber länger Zeit um mir Copacabana anzugucken, das wieder meine Zwischenstation war. An sich ist es keine schöne Stadt, aber die Lage am See und eine riesige Kirche sind sehr sehenswert. Ich frage mich warum in so einer kleinen Stadt eine der schönsten und größten Kirchen Boliviens steht. Noch dazu verfügt sie über einen pompösen Altar. Copacabana ist aufgrund seiner Kirche und der darin aufbewahrten Jungfrauenstatue ein wichtiger Pilgerort für Katholiken aus ganz Südamerika.

Jetzt habe ich noch den kompletten Donnerstag in La Paz, bevor es am Freitag in aller Frühe zum Flughafen geht.

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